Dienstag, April 18, 2006

Kreisen

Es gibt sie noch: Die nicht von Obszönitäten geprägten Gespräche verliebter 15- oder 16-jähriger. Ich hatte das Vergnügen an diesem lauen Frühlingstag in der S-Bahn unfreiwillig Zeuge einer solchen Unterhaltung zu werden.
Diese Dialoge, die in unschuldiger Schüchternheit direkt auf das beiderseitige Verlangen zielen und doch nur umschreiben, ja schon umkreisen und dennoch nennt es keiner der Beiden beim Namen. Sie erfinden anspielungsreiche Situationen und winden sich wieder hinaus ohne, dass der eine ausspricht, was der andere hören will.
Ich wusste, was sie von ihm hören will und merkte, dass es schön ist in der Zeit gelernt zu haben, doch frage ich mich: Ist es wirklich gut, sicher zu wissen, was sie hören will und es zu sagen oder sind die beiden ein Inbild dessen, was früher noch die Magie des Kennenlernens war? Ein naiv-unschuldiges Kreisen um die Dinge, die man ersehnt und doch nicht aussprechen kann ohne in Metaphern zu versinken und den Zauber des Ungewissen aufrecht zu erhalten?
Es macht mich traurig, wenn ich weiß, wie sie alle enden werden.

Zaranoff, Aussie,Aussie,Aussie und Oslo

Was verbinden sie mit Oslo?
Kälte, Regen, teures Bier und absolut geniale Leute --- nur keine Norweger.
Oslo ist anders. Oslo ist komplett restauriert, wurde nie zerbombt und hat deshalb sehr viele alte Bauten und in Oslo bekommt man für 9€ nen Bier. Okay, es geht auch billiger, aber ich fühlte mich zum ersten mal, als wenn ich aus einem 2.Weltstaat kommen würde und alles viel zu teuer wäre!
Das Beste sind aber die absolut coolen Leute aus Schweden, Australien, Canada oder sonstwoher, die diesen meinen Trip zu einem tollen Erlebnis machten.
Mein Namensvetter aus Schweden, den ich durch Zufall als einen Kollegen meines wahnsinnigen Aussie-Freundes Dave kennenlernte, ließ uns (immerhin 3 Leute) spontan für drei Nächte in seiner 20 qm Bude pennen und als ich ebenfalls zufällig auch noch seinen Lieblingsvodka seiner "Kindheit" importiert hatte (kleiner Tipp, bei den Gebrüdern für 4,99@), soffen wir ziemlich schnell auf Freundschaft.
Dave, Lil, Niclas, Koon und Andreas sind echte Legenden und die extreme Party am Ende war mit das Beste, was ich je purer Lebensfreude und Ausgelassenheit erlebt habe. Vielleicht lags auch an der Kombination der Nationalitäten oder auch nur am massigen Alkoholkonsum, aber großartig wars trotzdem! Die nur 2 Stunden Schlaf danach und die Rückreise mit Zug/Flug/Auto waren zwar nicht so prickelnd, aber wer fragt da später nach!
Es gäbe soviel zu erzählen, aber ich bin einfach mal still und danke dafür, dass es sowas wie Solidarität unter fremden Menschen noch gibt.

Montag, April 10, 2006

Can you die in Oslo?

Am Mittwoch gehts los nach Oslo!!! Endlich klappt es mal meinen wahnsinnigen und australischen Freund Dave zu besuchen, der sich unverständlicherweise dazu entschieden hat aus dem sonnigen Australien nach Oslo auszuwandern, nicht ohne diese meine Bude hier als Übergangsstation zu benutzen. Daher kommt wohl auch das Angebot sich zu revanchieren und in Oslo fünfe grade sein zu lassen. Die Reise wird von dem wunderbaren Fräulein K. und ihrem Lebensabschnittsgefährten und Anthony Kiedis Modell (allerdings dieser in jungen Jahren) mr. B. begleitet und ich freue mich tierisch. Die Reise ist mal wieder das, was ich Frl. K`s und meinen normalen Reisewahnsinn bezeichne: Wir haben keinen Plan, wo wir pennen werden, was wir machen und ob wir überhaupt den Kram überleben, aber es wird klappen. Es hat immer geklappt und es hat immer Spaß gemacht, sodass ich hoffe irgendwann lebend und ohne auf der Straße geschlafen zu haben zurückzukehren. Leider kann man sich in diesem Land noch nichtmals hemmungslos betrinken, falls man auf der Straße sitzt, denn der Alkohol ist zu teuer...
Oh tempores, oh mores! (Hallo Jonny ;-) )
rock on!
nick

Montag, April 03, 2006

Habeo latinum!

Es ist geschafft! Ich darf mich einen Lateiner schimpfen und weiterstudieren! Weiteres gibts später!

Samstag, April 01, 2006

Heute Morgen hörte ich im Zug auf dem Weg zur Arbeit ein interessantes Gespräch zwischen zwei Medizinstudenten meines Alters. Sie, wahrscheinlich sehr gute Noten, aber nicht unbedingt eine Schönheit, und er (typisch glatter Vorzeigestudent) unterhielten sich über den Verlauf ihres Studiums und die Orte ihrer Berufspraktika. Allein die Orte waren schon erstaunlich, denn anscheinend ist es während eines Medizinstudiums möglich in Frankreich, Italien, Österreich und Kanada Urlaubssemester zu machen, ohne dass dies etwas negative Einwirkungen auf den Studienverlauf hat... aber lassen wir an dieser Stelle den kleinbürgerlichen Neidfaktor hinten überfallen und wenden uns dem entscheidenden Punkt dieses Beitrages zu:
Was mich wirklich überraschte, und die Überraschung betraf nicht nur den kommenden Punkt, sondern auch die Erkenntnis ihrer selbst, war die Tatsache, dass die beiden wirklich Spaß an ihrem Studium haben und völlig begeistert von ihrem Beruf sprechen! Ich weiß, jetzt werden manche meiner geneigten Leser laut ausrufen "Was ist daran so ungewöhnlich?". Diesen Lesern möchte ich ein "Ich werde Lehrer und die Hauptschule in Berlin ist nur die Spitze des Eisberges!!!" entgegenschmettern. Spreche ich mit meinen Kommilitonen dann erlebe ich fast die gleichen Gefühlsregungen, die ich sonst nur aus dem Beginn meiner Armeezeit kenne. Eine Mischung aus "wird schon nicht so schlimm werden","mich wirds nicht erwischen" und "jetzt ist es zu spät um drüber nachzudenken".
Irgendwie war es mal wirklich nett, mal wieder daran erinnert zu werden, dass ein Studium auch Spaß machen kann!

So long!
nick

Die Tage der Entscheidung

Es gibt Tage an denen sich der Lebensverlauf für die nächsten Monate entscheiden wird und ich muss sagen, dass ich solche Tage hasse.
Unitechnisch wird die Lateinprüfung am Montag mir den weiteren Weg meiner Unikarriere entweder verbauen oder öffnen. Wir werden sehen, aber ich bin guten Mutes (und mir wird allein bei dem Gedanken an die Prüfung schlecht).
Fußballtechnisch (ja auch das beschäftigt mich) ist das morgige Derby gegen H.-Ende wohl auch entscheidend für meine Karriere innerhalb des Vereins, denn zum ersten Mal seit meinem Wechsel vor knapp 1 1/2 Jahren muss ich meine gute Spiel- und Trainingsleistung wirklich bestätigen und das auch noch als Führungsspieler.
Beide Prüfungen werden nicht einfach und ich würde lieber morgen 1000 Luftlöcher treten als durch Latein zu fallen, aber besser wärs natürlich, wenn beides klappt.
Wünscht mir Glück, denn ich kann es gebrauchen ;-)