Aus einer launigen Unterhaltung heraus fiel vor ein paar Tagen die Frage, ob es in der Kreisliga eigentlich wirklich soetwas wie eine Vorbereitung gäbe. Es wurde eine Sommervorbereitung zugestanden, aber im Winter, wenn doch schon alle Profiklubs trotz Rasenheizung nicht zuhause trainieren können, wäre das doch unmöglich.
Mit diesem Vorurteil muss natürlich aufgeräumt werden. Der durchschnittliche Kreisliga C-A Spieler kann auf jedem Untergrund spielen. Das liegt nicht so sehr an seiner spielerischen Klasse, sondern an der Einschränkung seiner technischen Fähigkeiten. Ob auf Schnee, Rasen, Asche oder Kunstrasen, für unsere technischen Kabinettstückchen spielt der Untergrund fast keine Rolle. Hierbei darf allerdings nicht übersehen werden, dass die technische Klasse eines guten Kreisligaspielers weit über der eines Hobbyfußballers liegt, auch wenn diese das gern bestreiten.
Also zurück zur Vorbereitung: Ja, wir absolvieren sowas, wenn auch in verschiedenen Ausprägungen. In der Kreisliga A mit einer ambitionierten jungen Mannschaft wird wirklich wieder die alte "3x die Woche Training - Keule" herausgeholt. Es spielt dabei keine Rolle, dass gefühlte Stalingradtemperaturen herrschen, der Keeper mal wieder am Pfosten geleckt hat und nun amputiert werden muss oder die 20 cm Schneedecke auch auf Kunstrasen den Untergrund unangenehm verändert.
In der Kreisliga B oder gar C kommt es auf den Anspruch der Mannschaft an und die Intensität variiert zwischen 3x und 1x die Woche Training. Zumeist wird das eben erarbeitete aber durch den Bierkonsum nach dem Training direkt wieder zunichte gemacht, sodass das Training eher einer Bierkompensationseinheit gleicht.
Hinzu kommen natürlich diverse Vorbereitungsspiele, die gerne als "große Kracher" - ein Spiel gegen eine Landesligamannschaft. Man weiß vorher, dass man 10 Stück kriegen wird und geht demnach Samstag abends einen trinken --> es macht eh keinen Unterschied - oder "Aufbaugegner" -eine unterklassige Thekentruppe. Man weiß vorher, dass man 10 Stück schießen wird und geht demnach Samstag abends einen trinken --> es macht eh keinen Unterschied - betitelt werden. Natürlich gibt es da noch die unangenehmen Mannschaften auf Augenhöhe, die wirklich sportlich zu besiegen sind. Hier wird sich besonders reingehängt, denn eins gilt in der Vorbereitung für alle Kreisligaspieler: Unter den ersten 11 muss man schon sein, denn wer behauptet von sich schon gern am Sonntag morgen nüchtern in der Kreisliga draußen zu sitzen?
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